Donnerstag, 12. Februar 2009

Auf dem Weg zum Koflerjoch

Der Schneefall hört nicht auf. Unentwegt fallen große Flocken auf den Boden. Susanne und ich nützen das schlechte Wetter und fahren mit der Außerferner Bahn kostenlosen nach Garmisch. Der Ausflug lohnt sich, denn schon nach wenigen Stunden sind wir um €400,- ärmer und um zwei Daunenjacken reicher. Um 16 Uhr sind wir wieder zu Hause und der Schneefall lässt ein bisschen nach. Eine gute Gelegenheit um noch schnell die Skier anzuschnallen und Richtung Koflerjoch zu spuren. Die Auffahrt zum Urisee ist noch ohne Ketten möglich. Ich parke und halte Ausschau nach irgendwelchen Aufstiegsspuren, doch so wie es aussieht bin ich der einzige Verrückte. Nach einem kurzen Stück auf dem Fahrweg versuche ich eine Spur durch den dichten Wald entlang des Steiges anzulegen. Im unteren Drittel liegt überraschend wenig Schnee. Immer wieder scheren meine Skier von Wurzelstöcken und Steinen ab. Der Aufstieg ist mühsam aber ich komme rasch vorwärts. Als ich die Dürrenberger Alm erreiche beginnt es bereits zu dämmern. Es schneit so dicht, dass ich kaum die Hand vor Augen erkennen kann. Das Koflerjoch kann ich damit vergessen. Statt dessen versuche ich im Schein der Stirnlampe abzufahren. Ich hoffe darauf, dass der Fahrweg unterhalb der Schneedecke gut präpariert ist, denn die Abfahrt durch den Wald erscheint mir in Anbetracht des Schneemangels und der Dunkelheit zu gefährlich. Doch schon bald erlischt der letzte Funke Hoffnung. Ich versinke im Tiefschnee und komme keinen Meter mehr voran. Schritt für Schritt wühle ich mich nach unten. Somit dauert die Abfahrt ebenso lang wie der Aufstieg. Am Urisee Parkplatz ist mein Auto nach zwei Stunden wieder völlig zugeschneit. Wagemutige Autofahrer kommen mir im Rückwärtsgang entgegen. Fazit: 520 HM in ca. 48 Minuten, keine lohnende Tour, aber was macht man nicht alles für den guten Zweck.

Mittwoch, 11. Februar 2009

Skitour Galtjoch/Ehenbichler Alm

Susanne und ich einigen uns darauf, die restliche Urlaubswoche in meiner Heimat Reutte zu verbringen. Das Wetter verspricht viel Schnee und große Lawinengefahr. Am Morgen liegen bereits 40 cm Neuschnee vor der Haustüre. Die Sicht ist gleich Null und der Wind bläst stürmisch. Perfektes Wetter um zu bummeln, doch schon im ersten Geschäft treffe ich auf einen alten Bekannten. Gerd, seines Zeichen Bergretter und Sanitäter der Ortsstelle Ehrwald. Gemeinsam vereinbaren wir spontan eine Skitour Richtung Galtjoch. Susanne, Gerd und ich starten um ca. 13 Uhr. Der Weg hinauf nach Berwang verläuft noch unproblematisch, doch die Abfahrt hinunter nach Rinnen und weiter zum Ausgangspunkt gleicht eher einer Rutschpartie. Die Umgebung scheint förmlich im Schnee zu versinken. Auf sicherer Forststraße spuren wir mässig steil nach oben. Gerd's Lawinenhund in Ausbildung hat Mühe sich an der Oberfläche zu halten. Bald erreichen wir die ersten freien Hänge und pflügen anschließend weiter durch den dichten Wald. 500 Höhenmeter später stehen wir vor der scheinst verlassenen Ehenbichler Alm. Wir brechen die Tour ab. Mittlerweile setzt wieder heftiger Schneefall ein und die Lawinenwarnstufe klettert auf 4. Wir wollen kein Risiko eingehen und kehren daher lieber in der Hütte ein. Hermann, der urige Wirt, freut sich über den Besuch, setzt sich zu uns und spendiert gleich ein Runde Schnaps. Zwei Hefeweizen später vergessen wir ganz auf die einbrechende Dunkelheit. Im Dämmerlicht machen wir uns an die Abfahrt. Pulver bis zu den Hüften... Als wir am Auto ankommen ist es bereits dunkel. Nach mehreren Versuchen schaffen wir es Gerd's Mühle aus dem Schneeloch zu bewegen. Mit Schwung und Glück meistern wir auch die steile Auffahrt nach Rinnen. An dieser Stelle vielen Dank an Gerd, ohne dich wären wir sicher zu Hause geblieben. Hier die Daten: 560 HM und eine ausgedehnte und lustige Einkehr in ca. 3:10 Stunden

Dienstag, 10. Februar 2009

Schneeschaufeln am Lehnberghaus

Was für ein Schreck, die Geldtasche ist weg. Am Lehnberghaus (Wankspitze) habe ich noch damit bezahlt. Gestern telefonierte ich noch mit der Wirtin des Lehnberghaus, mit dem Fundamt, ließ mich mit der freundlichen Dame des Tourismusverband Mieming verbinden und hielt ein Schwätzchen mit dem Beamten des Polizeiposten Nassereith. Leider ohne Erfolg. Aus diesem Grund beschließe ich auf dem Weg nach Reutte noch einmal das Lehnberghaus aufzusuchen. In den letzten beiden Tagen hat es ca. 10 cm geschneit, die Chancen stehen also denkbar schlecht. Bevor ich aufbreche frage ich noch im Gasthof Arzkasten nach, aber auch hier wurde nichts abgegeben. Am Parkplatz bitte ich noch einige Tourengeher Ausschau nach meiner Geldtasche zu halten. Susanne wartet in der Zwischenzeit im Auto, während ich rasch die Rodel schultere und schnellen Schrittes die 420 Höhenmeter hinaufsteige. Der Weg ist unverspurt und der Schnee reicht mir bis zu den Knöcheln. Immer wieder überhole ich erstaunte Tourengeher. Nach ca. 45 Minuten komme ich am Lehnberghaus an. Heute Ruhetag, na bravo. Glücklicherweise finde ich am Eingang eine Schaufel. Ich beginne damit die Sonnenterasse vom Schnee zu befreien. Ich suche alle möglichen Stellen ab und grabe die angrenzenden Schneehaufen um. Von meiner Geldtasche aber leider keine Spur. Enttäuscht sattle ich die Rodel. Doch die Bahn ist zu wenig steil für den vielen Schnee, und so ziehe ich die Rodel denselben Weg wieder hinunter. Eine Stunde später finde ich mich am Polizeiposten Nassereith wieder und erkläre dem freundlichen Polizisten wie man "Converse" schreibt. Die Verlustanzeige umfasst Führerschein, Kreditkarte, Bankomatkarte, AV Karte, E Card, diverse Kundenkarten, sowie Bargeld u.v.m. Die Kreditkarte und das Konto sind mittlerweile gesperrt. Ein teurer Spaß.

Montag, 9. Februar 2009

Skitour auf den Gilfert (2506 m)

Prachtwetter und Neuschnee locken, allerdings herrscht in ganz Tirol eine gespannte Lawinensituation. Aus diesem Grund entscheiden wir uns für ein halbwegs sicheres Ziel, den Gilfert, dem Prachtgipfel im Weertal. Susanne, Markus und ich machen uns auf den Weg auf den Weerberg. Der Weg von Innerst aus ist uns bestens bekannt, daher beschließen wir heute die etwas weitere Variante von Hausstatt über die Lafaster Alm in Angriff zu nehmen. Markus, dem alten Unterländler, sind beide Alternativen unbekannt. Er kann uns somit bei der Orientierung nicht weiterhelfen. Leider, denn schon bei der ersten Kreuzung nach einigen Metern auf der Piste des Hausstattliftes, passiert der entscheidene Fehler. Wir vergeigen wie so oft die 50/50 Chance und marschieren auf der bestens planierten Skatingspur Kilometer für Kilometer auf und ab Richtung Nonsalm und Innerst. Landschaftlich sehr reizvoll, doch ökonomisch alles andere als wertvoll. Letztendlich kommen wir zur selben Aufstiegsspur, die uns auch von Innerst zum Gipfel geführt hätte. Die Spur ist für meinen Geschmack etwas steil angelegt. Der kalte Wind peitscht mich voran, sodass ich rasch zum Skidepot aufsteige. Dort angekommen schaufle ich ein windgeschütztes Plätzchen für Susanne und Markus frei, doch der stürmische Wind lässt keine lange Gipfelrast zu. Ich erkundige mich bei einem heimischen Tourengeher nach der Abfahrt Richtung Hausstatt. Und schon fahren wir in die unverspurten Pulverhänge ein. Nach den ersten 100 Höhenmeter schwingt Markus ab, ich folge ihm, doch mein Schwung endet spektakulär im Nirvana. Bedauerlicherweise habe ich eine Geländekante übersehen. Ehe ich es mich versehe verliere ich den Boden unter den Füßen und segle in Rückenlage über die Kante. Ich schlage mit dem Gesäß auf, und spüre wie sich meine Ski verselbstständigen. Als ich die Augen wieder öffne liege ich unförmig im steilen Gelände und sehe zu wie ein Ski gerade ein kleinen Schneerutscher unterhalb von mir auslöst. Glück gehabt, Helm sei Dank, nur die Ski haben paar wenige Macken und Kratzer davon getragen. Die restliche Abfahrt verläuft unaufällig über unverspurtes Gelände und einer kurzen steilen Waldabfahrt Richtung Hausstatt. Jetzt erst stellt sich heraus, dass diese Variante noch nicht gespurt ist, insofern war unsere Fehlentscheidung gar nicht so übel. Zum Ausklang trinken wir noch ein gutes Hefeweizen auf der Sonnenterasse des Hausstattliftes. Hier die Daten der kalten aber schönen Tour: 1300 HM im feinsten Pulver

Am späten Abend baue ich noch meinen angestauten Frust ab und laufe eine rasante Runde nach Baumkirchen. Hier die Daten: 11,5 km und 160 HM in 1:01 Stunde

Samstag, 7. Februar 2009

Wechselnde Bedingungen auf der Wankspitze

Der Morgen unseres ersten gemeinsamen Urlaubstages präsentiert sich nicht besonders vielversprechend. Das Wetter ist trüb und wolkenverhangen, während der Föhn den Schnee nur so dahin schmelzen lässt. Susanne und ich entscheiden uns daher für eine Rodelpartie. Doch wenig später entdecke ich einen kleinen blauen Fleck am Firnament. Meine Recherche im Internet ergibt, dass der stürmische Föhnwind im Oberland bereits am abklingen ist. Schnell packen wir unsere Sachen und machen uns auf den Weg nach Arzkasten nahe Obsteig. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und Susanne die Wankspitze in den Mieminger Bergen zeigen. Parkmöglichkeiten gibt es genug. Die Gebühren von €4.- sind erträglich, wenn man bedenkt, dass man die Hälfte bei einem Einkehrschwung im Lehnberghaus bzw. im Gasthof Arzkasten anstandslos retour bekommt. Allerdings sollte man den Parkabschnitt nich vergessen mitzunehmen. Nach einigen Metern auf der Rodelbahn zweigt links eine flache und breite Aufstiegsschneise ab. Nach einer Stunde haben wir endlich die ersten 400 Höhenmeter zum Lehnberghaus hinter uns gebracht. Letztes Jahr folgte ich einer attraktiveren Variante, welche rechter Hand am Lehnberghaus vorbeiführt. Das Wetter verschlechtert sich zunehmend. Der Gipfel der Wankspitze versinkt im Nebel und oberhalb des Lehnberghauses beginnt es zu schneien. Susanne bricht die Tour ab. Ich hingegen möchte zumindest die nächste Steilstufe hinaufsprinten. Ich steigere das Tempo. Noch ist die Sicht ausreichend. Ich komme nun an die geilste Stelle der Tour, das sogenannte Kanonenrohr, ein enger und steiler Schlurf. Wie ein gerader Eiskanal zieht sich hier das Gelände nach oben. Auf halber Strecke überhole ich zwei Tourengeher. Mittlerweile haben meine beiden Felle aufgrund des nassen Schnees dick aufgestollt. Jeder weitere Schritt wir mühsam und hinterlässt tiefe Abdrücke in der Aufstiegsspur. Am Ende des Kanonrohrs stehe ich im völligen White Out. Ich mache mich für die Abfahrt bereit, doch gerade als ich meinen Helm aufsetze, hat der liebe Gott ein Einsehen. Plötzlich reißt der Himmel auf, und ich kann das Gipfelkreuz erkennen. Jetzt aber schnell. Die letzten hundert Höhenmeter haste ich nach oben. Kurz vor dem Ziel zieht sich der Wolkenvorhang wieder zu, aber ich habe den Gipfel problemlos erreicht. Ich stelle mich auf eine Abfahrt mit wenig Sicht ein, doch nach den ersten Schwüngen auf dem steilen und abgefahrenen Gipfelhang, ändert sich die Wetterlage erneut. Der Föhn machts möglich. Wenig später sitze ich mit Susanne auf der Sonnenterasse des Lehnberghaus und genieße die wärmenden Sonnenstrahlen. Die Abfahrt über die Rodelbahn ist zwar mulfig aber bis ins Tal möglich. Fazit: Die Bilder beweisen, wie schnell sich das Wetter bei Föhnlage ändern kann. Schnee ist genügend vorhanden, allerdings ist es oben ziemlich abgefahren und hart, dafür unten nass und mulfig. Für die momentanen Verhältnisse aber eine durchaus lohnende Tour. Hier die Daten: 1100 HM in 2:10 Stunden, insegsamt 3:42 Stunden mit Einkehr. Weiter Bilder findet ihr bald unter Picasa oder bei den Maniacs.

Donnerstag, 5. Februar 2009

Föhn auf dem Romediuskirchl

Nach 12 Stunden in den tiefen Katakomben des Krankenhaus, sehne ich mich wieder nach Frischluft. Die Temperaturen sind aufgrund des Föhns angenehm warm. Ich starte Richtung Heiligkreuz, und weiter nach Thaur zum Romediuskirchl. Der Weg hinauf ist westseitig komplett trocken, ostseitig finden sich in den schattigen Abschnitten durchaus noch eisige Stellen. Auf dem Adolf Pichler Weg hinüber nach Absam begegnet mir keine Menschenseele. Fazit: Eine schöne Laufstrecke mit einigen Höhenmetern, die Temperaturen sind allerdings zu warm für diese Jahreszeit. Hier die Daten: 10,5 km und 270 HM in 1:05 Stunden

Mittwoch, 4. Februar 2009

Erste Laufeinheit im neuen Jahr

Der Februar beginnt mit einem Dienstmarathon von fünf aneinander folgenden langen Diensten. Ein akuter Frischluftmangel macht sich schnell bemerkbar. Apropos Marathon. Da ich heuer in Wien die ganze Distanz in Angriff nehmen möchte, muss ich langsam mit dem Training beginnen. Aus diesem Grund gönne ich mir heute nach dem Dienst eine angenehme Laufeinheit im Dunkeln. Mein Weg führt mich in abgeänderten Form nach Baumkirchen, wobei der Weg von Schönegg zum Weißenbach sehr eisig ist. Mit ein wenig Gefühl sind die heiklen Stellen jedoch bald gemeistert. Fazit: Für die erste Einheit in diesem Jahr bin ich durchaus zufrieden. Kondition und Tempo sind in Ordnung. Hier die Daten: 11,5 km und 175 HM auf teils eisigen Abschnitten in 1:04 Stunden

Samstag, 31. Januar 2009

Skitour auf das Pfoner Kreuzjöchl

Die lange Tour auf die Sonnenspitze kostete mich heute eine schlaflose Nacht. Zunächst schmerzten nur die Hüftgelenke später dann das gesamte Bein. Um 3:00 Uhr half nur noch ein Schmerzmittel in Kombination mit Elektrostimulation. Aber wie heißt es so schön, die Hoffnung stirbt zuletzt. Am Morgen ist der Schmerz wie weggeblasen, und ich fühle mich für fit für eine weitere Tour mit Susanne. Markus und Ulli müssen leider kurzfristig absagen. Spät, aber doch machen wir uns auf den Weg nach Ellbögen. Der Parkplatz vor dem Arztal ist bereits gerammelt voll. Schade, eigentlich habe ich mit weniger Leuten gerechnet. Nach ca. 200 Höhenmeter durchbrechen wir den Hochnebel und freuen uns über den wolkenlosen Himmel. Das Tal präsentiert sich wieder einmal von seiner schönsten Seite, besonders verlockend sehen rechter Hand die unverspurten Pulverhänge aus. Ich kann es kaum erwarten. Auf dem Weg zum Gipfel überhole ich sicher an die 10-15 TourengeherInnen. Oben ist es windstill und die Sonne lädt zum längeren Verweilen ein. Störend sind nur die vielen "Gscheitnasen" aus unserem Nachbarland, die glauben jeden Gipfel zu kennen, und dies bei jeder Gelegenheit lautstarkt vermarkten müssen. Nach einer ausgedehnten Rast machen wir uns für die Pulverabfahrt bereit. Wir schließen uns einer kleinen einheimischen und ortskundigen Tourengruppe an. Gemeinsam ziehen wir unsere Spuren durch die jungfräulichen Hänge. Die Abfahrt führt uns abschließend durch steiles und dicht bewachsenes Waldgelände, was diesen Ausflug etwas rustikaler macht. Für mich ein Wahnsinns-Spaß, für Susanne's Beine eher eine Tortur, doch sie meistert alle Hindernisse ohne Probleme. Fazit: 1330 HM in gemütlichen 2:20 Stunden, unverspurter Pulver, rassige Waldabfahrt, der Forstweg ist bis zum Parkplatz befahrbar, heute leider etwas überlaufen. Bilder wie immer auf Picasa.

Freitag, 30. Januar 2009

Skitour Karlskirche / Sonnenspitze

5:45 Uhr. Der Wecker klingelt und Susanne machts sich bereit für ihren Dienst. Ich hingegen sehne mich an meinem freien Tag nach ein paar Stündchen Schlaf. Doch während ich die Äuglein wieder zu mache, packt mich die Lust. Schnell ziehe ich mich an und um 7:15 Uhr stehe ich bereits vor der Karlskirche in Volders, um mich an der längsten Skitour weit und breit zu versuchen. Die Zeit ist knapp, denn um punkt 13:00 Uhr muss ich wieder am AZW sein. Die Verhältnisse sind ideal. Die lange Variante ist oft nur an wenigen Tagen möglich. Von der Karlskirche geht es anfangs im Schein der Stirnlampe über steile Aufschwünge hinauf zum Gasthof Windegg. Der Hochnebel ist so dicht dass ich kaum die Aufstiegsspur sehen kann. Vorbei an der Tulfer Hütte marschiere ich der Piste entlang zur Mittelstation Halsmarter. Unmittelbar nach dem Zielschuß reißen die Wolken auf und der blaue Himmel kommt zum Vorschein. Nach Tulfein biege ich aufgrund von akutem Zeitmangel zunächst Richtung Schartenkogel ab, aber mein Tempo ist hoch, sodass ich ohne weiteres hinüber zum Glungezer und zur Sonnenspitze queren kann. Auf dem Weg zum Gipfel überhole ich noch einige Tourengeher. Nach 3:43 Stunden stehe ich am kalten Gipfel und freue mich schon auf die längste Abfahrt Tirols. Teils im Pulver,teils auf der Piste geht es zunächst zügig hinab. Ab Halsmarter muss ich einen Gang zurückschalten, nachdem ich kaum mehr die Hand vor Augen erkennen kann. Gefühlsbetontes Abfahren ist angesagt. Nach 4:40 stehe ich wieder vor dem Auto und sehne mich nach einer heißen Dusche. Fazit: 2160 HM Aufstieg und Abfahrt, Hochnebel bis Halsmarter, dann wolkenlos wie die Fotos beweisen, Abfahrt pulvrig, unten etwas nass und Piste im perfekten Zustand, teils sehr diffuse Lichtverhätnisse

Donnerstag, 29. Januar 2009

Skitour auf den Rietzer Grießkogel

Markus und Flo sind weiterhin im Prüfungsstress, daher muss es heute schnell gehen. Gemeinsam mit Tom fahren wir ins Sellraintal bis zur ersten Lawinengallerie. Das Wetter ist leider alles andere als berauschend. Der Wetterfrosch hat uns jedoch Hochnebel und Besserung versprochen, daher geben wir die Hoffnung nicht auf. Wir folgen den Spuren bis zur Abzweigung Richtung Mitterzeiger, von nun an müssen wir selbst spuren. Der eingewehte Schnee ist teils sehr stumpf, der Aufstieg ist dementsprechend rutschig. Fallweise werden wir mit Spannungsrissen in der Schneedecke konfrontiert, womit bewiesen wäre, dass auch die simpelste Tour bei Lawinenwarnstufe 3 gefährlich werden kann. Wir meiden die steilen Hänge und steigen über den Rücken hinauf zum Skidepot. Der Wind bläst stürmisch über unsere Köpfe hinweg, unsere Finger verwandeln sich in Eiszapfen. Schnell verlassen wir den Grat und fahren vorsichtig ab. Die Sicht ist mittlerweile gleich null, wir halten uns daher zunächst an die Aufstiegsspur. Weiter unten fahren wir in die freien Hänge ein und kämpfen mit den unterschiedlichsten Schneearten. White Out - vorsichtig tasten wir uns vorwärts. Immer wieder verlieren wir die Orientierung und fahren aufwärts statt abwärts. Manch' einer kommt zu Sturz, mich eingeschlossen. Von einer genußvollen Abfahrt kann also keine Rede sein. Kurz vor dem Parkplatz begegnen wir den ersten Tourengeherinnen, Markus kommentiert die Situation treffend: "Burschen! Auffellen! Warum müssn wir auch immer so früh los gehen?!" Fazit: 950 HM bei schlechter Sicht, kaltem Wind und schlechtem Schnee, dennoch war es wie immer lustig.

Sonntag, 25. Januar 2009

Rodelpartie Herrenhäuser/Halltal

Nachdem sich in der Heimat kein Begleiter für eine gemeinsame Skitour finden lässt, rolle ich am Mittag über den Fernpaß zurück nach Hall. Susanne ist noch müde von ihrem Nachtdienst, dennoch kann ich sie zur ersten Rodelpartie dieser Saison motivieren. Die Verhältnisse im Halltal sind optimal, das hat sich scheinst herumgesprochen, denn der Parkplatz ist voll und die Stauden SS (Bergwacht) kontrolliert mit aller Strenge. Wir meistern die 720 HM Aufstieg zu den Herrenhäusern in exakt 1:30 Stunden. Nach einer kurzen Knödel-Einkehr im Knappenhäusl machen wir uns an die rasante Abfahrt. Während es mir nicht schnell genug gehen kann, verlässt Susanne gleich der Mut. An der Kreuzung zu St. Magdalena springen wir unverhofft über einen kleinen Hügel. Susanne hebt ab und kracht mit voller Wucht mit dem Steißbein auf den Holzrand der Rodel. Autsch, erst mal Pause und tief durchatmen. Vielleicht sollten wir neben dem Helm auch einen Rückenprotektor anziehen. Ich bemühe mich das Steilstück nach dem Bettelwurfeck im moderaten Tempo zu meistern. Die Abfahrt ist bis zum Hackl problemlos möglich, Letztendlich hat mir auch Susanne meinen kleinen Jump verziehen. Bussi aufs ..., tut mir schrecklich leid :-( Leider haben wir beide auf die Cam vergessen, daher gibt es keine Bilder vom tiefverschneiten Halltal.

Samstag, 24. Januar 2009

Prüfung auf dem Issentalköpfl (1925 m)

Nach der nächtlichen Fahrt bei dichtem Schneefall nach Reutte , übe ich in meinem eiskalten Bettchen einige noch Knoten. Heute muss ich mich vor den Bergführern und Ausbildnern der Bergrettung Tirol beweisen. Körperlich fühle ich mich fit, die Skitour darf also kein Problem sein. Mehr Angst habe ich da schon vor der Abfahrt. Werde ich mit meinem Stil die strengen Herrender Jury überzeugen können? Treffpunkt ist 8 Uhr bei der Talstation der Zugspitzbahn in Ehrwald. Die Temperaturen liegen bei eisigen -6 Grad. Die Bergführer entscheiden, die geplante Tour zur 4er Stütze der Zugspitzbahn aufgrund der aktuellen Lawinenwarnstufe 3 auf das Skigebeit der Ehrwalder Alm zu verlegen. Nur blöd, dass ich schon meine Tourenschuhe an habe. Zehn Minuten später stehe ich am Parkplatz der Ehrwalderalm Bahn und erkläre mich selbst zum Pedalkünstler. Alles nur Gewöhnungssache. Nach einer kurzen Einführung und VS Kontrolle starten knapp 40 AnwärterInnen ins Gelände. Doch schon bald trennt sich die Spreu vom Weizen. Ich übernehme das Tempo der Bergführer und meistere die 860 HM-Aufstieg zum Issentalköpf in knapp 1:20 Stunde. Im Schutze des Bretterverschlages suchen ich Schutz vor dem eisigen Wind, denn es dauert eine weitere dreiviertel Stunde bis alle Prüflinge am Ziel eintreffen. Nun folgt der schwerste Teil der Prüfung, die kontrollierte Abfahrt durchs Gelände. Im ersten Abschnitt kämpfen wir uns durch Bruchharsch. Einige kommen zu Sturz, was bei den Bergführer alles andere als Begeisterung auslöst. Abschnitt für Abschnitt wird kontrolliert, fotografiert und gefilmt. Dann folgt die große Standpauke. Das Skiniveau entspricht nicht den Erwartungen der Bergrettung. Zurück auf der Piste bekommen einige eine letzte Chance. Die Abfahrt dauert insgesamt kalte 2 Stunden. Doch keine Zeit zum Aufwärmen, umziehen und schon geht es weiter mit dem Klettertechnischen Teil im kleinen Klettergarten neben dem Bahngleis. Seilfreies Klettern und Abklettern im Schrofengelände, sowie Seiltechnik und Abseilen stehen noch auf dem Programm. Abschließend sitzen wir im benachbarten Club Restaurant Golfino zusammen. Die Ausbildner ziehen sich lange zur Beratung zurück. Und das Endergebnis ist erschreckend. Während normalerweise 2-3 Leute ausscheiden, sind es dieses mal bedeutend mehr. Die meisten sind beim Skifahren durchgerasselt. Ich werde als Vorletzter zum persönlichen Gespräch und zur Vorlage meiner Tourenberichte an den Bergführertisch geladen. Ich rechne mit dem Schlimmsten, doch das Procedere ist schnell beendet. "Bisch viel unterwegs, ha?" - "Ja schon" - beim Durchblättern meiner notfallmedizinischen Zeugnisse meint ein Bergführer "und operierscht du a?" -"Nein, natürlich nicht, aber vielleicht werde ich noch ein bissl Skifahren üben?" frage ich kühn. "Nein, wieso, passt doch alles. Gratuliere" Mir fällt ein Stein vom Herzen. Wenn man bedenkt, dass ich erst vor drei Jahren das Skifahren wieder entdeckt habe. Ich freue mich schon auf die bevorstehenden Kurse. Leider gibt es keine Fotos. Hier die Daten: 860 HM in 1:20 Stunden

Dienstag, 20. Januar 2009

Nasse Laufrunde

Das schlechte Wetter mit Regen und Schneefall macht jede Skitour unattraktiv. So nütze ich die Zeit, mich für die bevorstehende Anwärterüberprüfung bei der Bergrettung fit zu machen. Standplatzbau im heimischen Wohnzimmer, Gletscherspaltenbergung mittels Seilrolle auf dem Wohnzimmerparkett, Abseilübungen vom Hängesessel zur Couch, alles geht wenn man nur will. Am Nachmittag leide ich dann spontan unter massiven Frischluftmangel. Einen Kilometer weiter kämpft Markus mit demselben Problem. Und so verabreden wir uns kurzfristig zu einer nassen Laufrunde mit Matsch und Schnee nach Baumkirchen. Passanten erklären uns für wahnsinnig und manch' einer ladet uns mürrisch zum Schneeschaufeln ein "wenn's schon schwitzen wollts." Hier die Daten: 11,5 km und 160 HM bei schlechten Verhältnissen in 1:12 Stunden

Freitag, 16. Januar 2009

Skitour Lanner Kreuz / Hillary Köpfl

Anfangs wollte ich heute eine weitere ausgedehnte Tour unternehmen, aber es kam mal wieder anders als gedacht. Markus, Flo, Tom und sein Hund Paul brechen am frühen Morgen für eine kurze Tour auf das Lanner Kreuz (2412 m) im Wattental auf. Ich schließe mich kurzerhand an, aber das Tempo ist von Beginn an hoch. Am Parkplatz treffen wir auf zwei weitere bekannte Skitourenläufer. Gemeinsam puscht sich die Truppe nach oben. Nach ca. 300 HM verliert Flo sein Fell, meine einzige Chance wieder aufzuschließen. Doch das Mißgeschick ist bald beseitigt und wenig später werde ich auch schon wieder überholt. So komme ich mit etwas Verspätung am Gipfel an. Letztendlich bin ich froh, dass ich mir meine Kräfte gut eingeteilt habe. Nach einer rasanten Pulver und Harschabfahrt sind wir wieder beim Auto.

Zu Hause angekommen verspeise ich noch schnell eine Portion Nudeln, um Kraft zu tanken In knapp einer halben Stunde kommt Susanne von der Arbeit. In meinem Übereifer habe ich versprochen, ihr heute das sagenumwobene Hillary Köpfl zu zeigen. Das beudeutet weitere 1020 HM für meine müden Beine. Die ersten Schritte fallen mir schwer, aber nach der Alm komme ich wieder richtig in Fahrt. Auch Susanne zeigt sich trotz Dienst sehr motiviert. Nach 1:50 Stunde stehen wir auf dem Gipfel und genießen den beginnenden Sonnenuntergang. Die Abfahrt durch den tiefverschneiten Wald lässt mich aber alle Strapazen des Tages vergessen. Was für ein Pulver. Hier die Daten: Lanner Kreuz 1050 HM in 1:35 Stunden, insgesamt in 2:35 Stunden / Hillary Köpfl 1020 HM in 1:50 Stunden, insgesamt 2070 HM

Am Abend treffen wir uns noch zu einer weiteren Mountain Maniacs Vereinssitzung. Nach drei Skitouren in zwei Tagen bin ich streichfähig und falle nur noch müde ins Bett.

Donnerstag, 15. Januar 2009

Skitour Zwieselbacher Roßkogel (3081 m)

Gestern Abend habe ich eine Weile mit Markus K. telefoniert, um ihn zu einer kleinen Hochtour zu überreden. Seine Begeisterung hielt sich allerdings in Grenzen. Heute morgen ist der Himmel trüb und nebelverhangen. Markus nützt natürlich die Gelegenheit um mir ein weiteres mal eine Standardtour schmackhaft zu machen., doch mein heutiges Ziel ist und bleibt aber der Zwieselbacher Roßkogel im Ortsteil Haggen/Praxmar. Ich vertraue dem Wetterbericht. Auf dem Weg ins Sellraintal lassen wir die Nebelsuppe hinter uns, und am Ausgangspunkt unserer Tour herrscht strahlend blauer Himmel und Sonnenschein. Genauso habe ich mir das vorgestellt. Am Parkplatz steht ein einziges Fahrzeug, und eine einzelne Spur führt hinein zum Talschluß. Seit den Schneefällen der letzten Tage haben sich scheinst nicht viele hierher verirrt. Der Zustieg bis zur sogenannten Unteren Zwing ist flach und frostig. Die erste steile Schlüsselstelle ist bald gemeistert, auch wenn Markus für einen kurzen Moment die Nerven verliert. Weiter geht es über abwechslungsreiche Böden zur Oberen Zwing. Der Untergrund ist eisig und die Steilstufe hat es in sich. Wir zögern nicht lange und schnallen unsere Harscheisen an. Am Ausgang der Rinne treffen wir auf den einsamen Tourengeher. "Wenigsten habe ich nicht umsonst gespurt" meint er mit einem zufriedenen Lächeln. Nun sind wir auf dem weiten Gletscherfeld angekommen. Feinster Pulverschnee macht den Aufstieg auch mit Harscheisen möglich. Die Atmosphäre ist überaus beeindruckend. Doch der Weg ist noch weit. Der Wind hat mittlerweile alle Spuren zugeweht, und die kräfteraubende Spurarbeit beginnt. Nach einer kurzen Passage durch die Felsen stehen wir vor dem mächtigen Gipfelaufbau mit erschreckend wenig Schnee. Dennoch kommen wir mit den Skiern bis fast auf den Gipfel. Die letzten Meter legen wir zu Fuß zurück. Was für eine Aussicht. Nach einer ausgedehnten Foto- und Trinkpause fahren wir in direkter Linie vom Gipfel ab. Dabei erwischen wir leider einige Steine. Die weitere Abfahrt ist ein Genuß. Auch die beiden Schlüsselstellen lassen sich durchaus gut befahren. Letztendlich ist auch Markus froh über unsere Tourenwahl. Auf dem Nachhauseweg stillen wir unseren Hunger mit einer Portion Hüttengaudi bei Mc. Donalds. Fazit: Eine anstrengende und weite Tour bei durchaus guten Schneeverhältnissen und Lawinenwarnstufe 1, Taumwetter und Einsamkeit pur. Hier die Daten: 1500 HM in insgesamt 4:30 Uhr mit Pausen. Weitere Bilder bei den Mountain Maniacs und bei Picasa.